Freitag, 05. Februar 2021

Start in 2021: Optimismus der Unternehmen stark getrübt - Zuversicht steigt mit Steigerung der Impfrate

Die Verschärfung der Maßnahmen im Rahmen des Lockdowns Anfang des Jahres führten zur Eintrübung der Wirtschaftslage – bundesweit und auch bei den Unternehmen in der Verbandsregion der Vereinigten Industrieverbände (VIV). Äußerten sich diese bei der gemeinsamen Konjunkturumfrage der VIV und der IHK Aachen Mitte Dezember noch verhalten optimistisch, so steigt inzwischen wieder die Unsicherheit. Auch laut der Konjunkturumfrage des ifo-Instituts von Januar 2021 beurteilen Unternehmer bundesweit ihre aktuelle Lage schlechter als im Vormonat und ihre Erwartungen fielen pessimistischer aus. Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, hält die Erholung der deutschen Wirtschaft gar für vorläufig beendet. 

Das ist nicht verwunderlich, denn die Lage der Unternehmen ist durch den verschärften Lockdown insgesamt schwierig: Die Betriebe setzen bereits seit langem die ge-forderten Hygienekonzepte um, ermöglichen insbesondere Home-Office wo immer möglich und müssen trotzdem mit weiteren Einschränkungen rechnen. „Probleme gibt es auch bei der Rohstoffbeschaffung, mit den hohen Rohstoffpreisen sowie mit Einschränkungen bei den Lieferketten“, erklärt Hans-Helmuth Schmidt, Vorsitzender der Vereinigten Industrieverbände. Zudem könnten Montagearbeiten im Ausland oft wegen einer befürchteten Ansteckungsgefahr nicht ausgeführt werden, weiß Dr. Stefan Cuypers, Geschäftsführer der VIV, von Mitgliedsunternehmen. Dies bedeute, dass fertig produzierte Anlagen nicht am Zielort aufgebaut werden könnten, weil es den Unternehmen im Moment zu riskant sei, die Mitarbeiter ohne Impfschutz verreisen zu lassen. Teils weigerten sich Monteure auch, ohne Impfschutz in kritische Regionen ins Ausland zu reisen, so der VIV-Geschäftsführer. Einnahmen blieben deshalb aus. Die Impfstrategie der Bundesregierung berücksichtige diese Fälle nicht. Eine frühere Impfmöglichkeit für Mitarbeiter in konkreten Einzelfällen könnte die Wirtschaft erheblich unterstützen. 

„Die Ökonomen haben ihre Erwartungen gesenkt und gehen für das Jahr 2021 mittlerweile lediglich noch von einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent aus“, erläutert der VIV-Vorsitzende Hans-Helmuth Schmidt. Im Juli 2020 lag die Prognose noch bei 5,2 Prozent und wurde dann stetig nach unten korrigiert. 

Auch nehmen die VIV wahr, dass Firmen verstärkt Korrekturen am Personalbestand durchführen, ohne dass gleich Massenentlassungen anstehen. Es gebe aber auch vereinzelt Fälle, in denen sich Unternehmen von einer größeren Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trennen müssten, weil die aktuelle Geschäfts- und Auftragslage dies erfordere.

Doch trotz allem bestünde begründete Hoffnung auf Besserung der Gesamtsituation, wenn die über 70-Jährigen geimpft und die Lockdown-Maßnahmen gelockert seien, das Wetter wieder besser werde und die Geschäfte wieder öffnen könnten; da ist der VIV-Vorsitzende optimistisch. Er ist überzeugt, dass dann das Konsumverhalten sprunghaft ansteigen werde – die Sparquote liege derzeit bei 16 Prozent statt ansonsten bei rund 10 Prozent. 

Die Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen & Umgebung e.V.
Die Vereinigten Industrieverbände vertreten rund 150 Unternehmen. Das Verbandsgebiet umfasst die Region Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung. Zu den Mitgliedern zählen überwiegend mittelständische Industrieunternehmen aus der Metall-, Papier- und Textilindustrie, der Chemischen Industrie und aus anderen Branchen. Mit ca. 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwirtschafteten diese Unternehmen im Jahr 2019 einen Jahresumsatz von ca. 4,2 Mrd. EUR. 

Kontakt:
Stephanie Ulbricht
Telefon: +49 2421 4042-0
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