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Dienstag, 20. Juli 2021

Hochwasserschäden in Industrieunternehmen in den Kreisen Düren und Euskirchen

Zum Teil verheerende Situation – in Einzelfällen unklar, wann und ob Standorte ihren Betrieb wieder aufnehmen werden – Unternehmen unterstützen privat betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Hilfe für die Menschen und schnellstmöglicher Wiederaufbau der Infrastruktur müssen gelingen.


Mitgliedsunternehmen der Vereinigten Industrieverbände und des Industrie – Wasser – Umweltschutz e.V. in den Kreisen Düren und Euskirchen sind zum Teil massiv von dem Jahrtausendhochwasser betroffen. In Einzelfällen ist unklar, ob Standorte den Betrieb wieder aufnehmen können, weil Produktionsanlagen erheblich beschädigt sind und ungewiss ist, ob Versicherungen Schäden begleichen werden. In vielen Firmen gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. 

Dr. Stefan Cuypers, Geschäftsführer der Industrieverbände: „Es gibt Hochwassergefahrenkarten der Bezirksregierung Köln. Auf denen sind für unterschiedliche Hochwassersituationen betroffene Flächen dargestellt. Als Risiken am Donnerstagabend für das Gebiet der Rur im Kreis Düren bekannt wurden, ist es uns gelungen, noch einige Firmen in den gekennzeichneten Bereichen zu informieren, sodass Vorkehrungen getroffen werden konnten. In aller Eile wurden Waren höher gelagert, Flächen freigeräumt, Hochwasserschutzeinrichtungen aktiviert, EDV-Systeme heruntergefahren und Werke spannungsfrei gestellt. In anderen Flussgebieten blieb keine Zeit für entsprechende Vorbereitungen. An der Kall stieg das Wasser unvorhergesehen so schnell, dass Mitarbeiter die Nacht eingeschlossen vom Hochwasser in der dortigen Papierfabrik verbrachten.“ 

Gisela Braun, Geschäftsführerin der Firma Julius Hoesch in Düren, berichtet: „Wir haben alle notwendigen Arbeiten wie das Herunterfahren der Elektronik, die Rettung des Archivs und die Sicherung von Containern wie Fahrzeugen, die auf den Hofflächen standen, mit einem Krisenteam bis in die Nacht durchgeführt, damit ein Schaden aufgrund der erwarteten Wassermassen vermieden werden konnte. Gott sei Dank sind wir vom Wasser verschont geblieben.“

Viele Mitgliedsfirmen berichten, sie seien mit einem blauen Auge davongekommen. Andere stehen vor noch nicht bezifferbaren Schäden. Noch ist unklar, ob und wann die erheblich beschädigte Papiermaschine der Papierfabrik Zerkall wieder in Betrieb gehen kann. Lieferausfälle und damit verbundene Umsatzeinbußen werden entstehen.

Die Bereitschaft, geschädigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen zu unterstützen, ist groß. Die Firma Gates Tube Fittings in Euskirchen beispielsweise zahlt Hochwassergeschädigten aus ihrer Belegschaft Hotelaufenthalte. Auch der Papierhersteller Smurfit Kappa in Zülpich erarbeitet Maßnahmen, um das Leid der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihrer Familien so gut wie möglich abmildern zu können. „Ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl in unserer Belegschaft ermöglicht es jenen, die es hart getroffen hat, sich auf ihr privates Umfeld zu konzentrieren. Kolleginnen und Kollegen übernehmen absolut selbstverständlich deren Pflichten im Betrieb“, berichtet Andreas Zeitlinger, Managing Direktor von Smurfit Kappa. Teilweise können Firmen den Produktionsbetrieb nur eingeschränkt aufrechterhalten, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch Evakuierungen oder Schäden betroffen sind, nachvollziehbar nicht zur Arbeit erscheinen können. Die Firma Miele in Euskirchen hat bereits Duschmöglichkeiten und Möglichkeiten, Wäsche zu waschen und zu trocknen, für geschädigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Angehörige zur Verfügung gestellt.

„Die schnellstmögliche Wiederherstellung der lokalen Infrastruktur wie der geregelten Stromversorgung, Wasser- wie Gasversorgung, Telefon- und Internetanbindung ist für stark betroffene Firmen beispielsweise in Bad Münstereifel von besonders großer Bedeutung“, berichtet Cuypers. Florian Kipping, Umweltbeauftragter des Zuckerherstellers Pfeifer & Langen, ergänzt: „Die zerstörte oder defekte öffentliche Infrastruktur ist ein zusätzlicher Belastungsfaktor für unsere Belegschaft und für das Unternehmen.“ Zudem müssten unbedingt auch Möglichkeiten der direkten finanziellen Unterstützung von Unternehmen geschaffen werden, wenn Schäden nicht von Versicherungen kompensiert würden und der Fortbestand eines Standorts auf dem Spiel stehe, ergänzt Cuypers.

Hans Helmuth Schmidt, Vorsitzender der Vereinigten Industrieverbände: „Wir möchten in den kommenden Wochen und Monaten keine Ausflüchte wegen komplizierter und lang andauernder öffentlicher Vergabeverfahren, wegen Grenzen des europäischen Beihilferechts oder langer Genehmigungsverfahren hören. Unsere Volksvertreter sind auf allen Ebenen bis hin zur Europäischen Gemeinschaft für den rechtlichen Rahmen verantwortlich, in dem die Hochwasserkatastrophe bewältigt wird. Jetzt müssen schleunigst alle Möglichkeiten für die schnelle Umsetzung der Reparaturmaßnahmen geschaffen werden.“

 

Kontakt:
Dr. Stefan Cuypers
T: 02421 4042-0
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