100 Jahre Verantwortung für die Region: IWU e.V. feiert Jahrhundertjubiläum auf Schloss Burgau

Ein Jahrhundert im Fluss der Zeit: Der Einladung des Vorsitzenden Armin Vetter sowie des Geschäftsführers Dr. Stefan Cuypers zur großen Jubiläumsfeier des Industrie – Wasser – Umweltschutz e.V. (IWU) folgten rund 150 Gäste, darunter Wirtschaftsvertreter aus den IWU-Mitgliedsunternehmen, der Politik sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und Behörden. Im Winkelsaal auf Schloss Burgau blickten sie gemeinsam zurück auf die Geschichte des Industrieverbandes.

Die Swing Aces aus Köln begeisterten die Gäste mit Musik aus den 1920er-Jahren. Im Rahmen des Festakts honorierte die NRW-Landtagsabgeordnete der CDU und Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag, Dr. Patricia Peill, in ihrem Grußwort die fachliche Qualität der Arbeit des IWU und seine nachhaltigen Erfolge für den Wirtschaftsstandort.

100 Jahre Engagement für eine Ressource, ohne die wirtschaftliche Entwicklung, Wohlstand und Lebensqualität nicht möglich wären: Wasser

In seiner Festrede stellte Armin Vetter die Gründungsgeschichte des Verbandes dar. In der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum des IWU heißt es:

„An einem schönen Sonntag Anfang 1926 ging ein Industrieller, der verstorbene Herr Gustav Renker, einer der besten Kenner der Rur und ihrer Nebenflüsse, an der Kall spazieren und sah in der Nähe der Wommerscheider Brücke, dass dort ein Stollen in den Berg getrieben wurde. Das erregte, da er selbst vom Stollenbau aus seiner früheren Tätigkeit in der Schweiz etwas verstand, sein besonderes Interesse. Seine Erkundigungen, die er an Ort und Stelle einzog, ergaben, dass hier demnächst mal eine Sperre entstehen solle, gebaut vom Wasserwerk des Landkreises Aachen, und das Wasser solle von der Kall durch diesen Stollen zur Dreilägerbach-Sperre  befördert und von dort aus der Trink- und Industriewasserversorgung des Bezirks Aachen zugeführt werden.

Der geschilderte Vorgang führte dazu, dass sich die Dürener und Jülicher Industriellen einmal zusammensetzten und in Verbindung mit ihren Behörden die Frage überlegten, ob man dieses Verfahren des Wasserwerks des Landkreises Aachen, seine Wassergewinnungsanlagen auf die Rur und ihre Nebenflüsse auszudehnen, ohne weiteres dulden könne. Aus dieser ersten Besprechung ergab sich sodann die Gründung einer älteren Schwester des Industrie-Wasser-Verbandes, nämlich der Interessengemeinschaft der Ruranlieger. Der Interessengemeinschaft schlossen sich etwa 30 industrielle Betriebe, die auf das Wasser der Rur entweder als Kraftwasser oder als Fabrikationswasser angewiesen waren, sowie Stadt und Kreis Düren und Stadt und Kreis Jülich an. Die grundlegende Sitzung der Interessengemeinschaft der Ruranlieger fand am 26. Juni 1926 in den Räumen der Vereinigten Industrieverbände in Düren statt. Der Verein bezweckte die Wahrnehmung der gemeinsamen Belange der Ruranlieger im Düren-Jülicher Bezirk zur Sicherstellung einer regelmäßigen Wasserversorgung.

Alsbald kam die Industrie zu der Auffassung, dass sie neben der Interessengemeinschaft der Ruranlieger eine eigene Interessenvertretung in Wasserfragen schaffen müsse. Die Industriellen Philipp Schoeller und Otto Merckens waren diejenigen, die dies als erste erkannten. So kam es am 11. November 1926 zur Gründung des Industrie – Wasser – Verbandes, der in späteren Jahren den Namen Industrie – Wasser – Umweltschutz e.V. erhielt.“

Der heute 95-jährige Ludwig Saurbier, der von 1960 bis 1993 Rechtsanwalt im IWU und danach der erste Vorstand des Wasserverbandes Eifel-Rur war, formulierte es so: „Der IWU war die Wurzel der geordneten Dürener Wasserwirtschaft.“

Wie wichtig die koordinierende Kraft des IWU in der Wasserwirtschaft ist, zeigt ein wegweisender Kompromiss, der im Bewirtschaftungsplan Nordrhein-Westfalen festgeschrieben wurde: Der Lachs darf unter Berücksichtigung des Wasserbedarfs für die Düren-Jülicher Industrie kommen.

Dr. Stefan Cuypers, Geschäftsführer des IWU:

„Auch wenn das Verbandsgebiet des IWU mittlerweile das gesamte Bundesgebiet ist, so bleibt unser Tätigkeitsschwerpunkt in den Kreisen Düren und Jülich. Das Wasserrecht ist nach wie vor unser besonderer Kompetenzbereich. Wir bearbeiten heutzutage aber Fragestellungen aus dem gesamten Umweltrecht. Wir sichern Firmenstandorte und ihre Entwicklung. Immer dann, wenn wir rechtzeitig integriert werden und mit den Beteiligten wie Kommunal- und Behördenvertretern gemeinsam frei von Ideologien arbeiten können, schaffen wir es, Lösungen zu finden.“

Im Rahmen des Festakts honorierte die NRW-Landtagsabgeordnete der CDU und Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag, Dr. Patricia Peill, in ihrem Grußwort die fachliche Qualität der Arbeit des IWU und seine nachhaltigen Erfolge für den Wirtschaftsstandort. Zudem überbrachte sie Grüße und Glückwünsche des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst.

Den Festvortrag hielt Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf, Direktor des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen, zum Thema „200 Jahre Wasserwirtschaft in der Eifel.“ Er verdeutlichte die historische Dimension des Themas Wasser:

„Das Rheinische Revier wird bereits seit Jahrhunderten durch den Kampf um das Wasser geprägt. Die industrielle Entwicklung der Region war ohne die gleichzeitige Entwicklung der Wasserwirtschaft nicht möglich. Heutzutage stehen wir aufgrund aktueller und zukünftiger Herausforderungen vor neuen Themen. Ziel muss es sein, die Wassersicherheit und auch den Schutz vor Hochwasser nachhaltig unter sich verändernden Randbedingungen für zukünftige Generationen zu entwickeln.“

„100 Jahre IWU sind beeindruckend. Aber wir feiern dieses Jubiläum nicht für uns selbst“, resümierte Armin Vetter zum Abschluss des Festaktes. Der wahre Maßstab sei, dass die nächsten Generationen rückblickend sagen könnten, der Verband habe die Zukunft langfristig, vorausschauend und mit Blick auf die Menschen von morgen aktiv gestaltet.

Foto: IWU / JD-PhotoArt

Kontakt: Bettina Geller
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