Montag, 05. September 2011

VIV-Interview mit Helga Conzen - Leiterin des Katholischen Bildungsforums, Düren

Thema: Kinderbetreuung in Unternehmen

11-09HelgaConzenVIV: Frau Conzen, einerseits haben die Unternehmen ein hohes Interesse daran, dass junge Mütter weiterarbeiten, z. B. in Teilzeit, andererseits scheuen die Unternehmen natürlich den Aufwand, eine eigene Kindertageseinrichtung zu betreiben. Schließlich bedeutet das eine hohe Verantwortung und einen hohen Aufwand. Hier macht das Forum den Unternehmen ein hervorragendes Angebot. Was sind die Kernbestandteile dieses Angebotes?

Helga Conzen: Eine Alternative für kleine und mittlere Unternehmen kann die finanzielle Unterstützung einer Kindertagespflege bzw. Großtagespflege in geeigneten Räumlichkeiten im oder in der Nähe des Betriebes sein. Der Betrieb stellt Räume zur Verfügung, die durch Tagespflegepersonen angemietet werden.
Wir bieten den Unternehmen

Wir bieten den Mitarbeitern/-innen (den Eltern)

Wir gewährleisten, dass die von uns vermittelten Tagespflegepersonen eine qualifizierte Ausbildung (Zertifikat des Bundesverbandes für Kindertagespflege) haben.

VIV: Wie viele Tagesmütter bildet das Forum im Jahr aus?
15 bis 20.

VIV: Welche Qualifikationen müssen die Tagesmütter mitbringen?

Helga Conzen: Neben der grundsätzlichen persönlichen und sozialen Eignung sind Nachweise zu erbringen, um überhaupt zum Qualifikationskurs zugelassen zu werden. Einige Punkte möchte ich ausführen:
Sie müssen

VIV: Diese Tagesmütter haben ja nicht die Ausbildung von Erziehern. Kann das nicht aus Sicht der Eltern problematisch sein?

Helga Conzen: Alle Tagespflegepersonen, die über uns vermittelt werden, müssen an der - nach bundesweiten Richtlinien - vorgeschriebenen Qualifizierung über 160 Stunden teilgenommen haben. Darüber hinaus legen sie eine schriftliche und mündliche Prüfung ab, an der auch ein Vertreter des Jugendamtes anwesend ist.
Die Tagespflegeeltern müssen nach ihrer Ausbildung verpflichtend an jährlichen Fortbildungen teilnehmen. Die Vermittlung, die ersten Gespräche mit den Eltern werden von uns begleitet. Darüber hinaus stehen wir bei eventuellen Konflikten zur Moderation zur Verfügung.
Die Anforderungen an eine/n Tagesmutter/-vater sind oft andere als die an eine Erzieherin. Die Tagesmutter darf max. fünf Kinder betreuen. Die Gruppe bei einer „Großtagespflege“ darf nicht mehr als neun Kinder haben.
In der Regel werden Kinder von einer Tagesmutter bis zum 3. Lebensjahr betreut – danach besuchen sie einen Kindergarten.

VIV: Kommt das Modell auch für Unternehmen in Betracht, die gar nicht viele Frauen beschäftigen?

Helga Conzen: Ja, natürlich – nicht nur die Mütter, auch die Väter können ihre Kinder in diesem Modell betreuen lassen. Es ist für Eltern oft gut zu wissen, dass ihr Kind ganz in der Nähe untergebracht ist, so dass ein Elternteil schnell da sein kann. Immer mehr Väter nehmen Elternzeit in Anspruch, warum sollen die dann nicht auch ihr Kind in der Tagesbetreuung abgeben und auch wieder abholen?

VIV: Was für eine Mindestgröße/maximale Größe von zu betreuenden Kindern verträgt das Modell?

Helga Conzen: Fünf bis maximal neun Kinder.

VIV: Wenn neben den Kindern von Belegschaftsangehörigen auch fremde Kinder betreut werden, ist das ein Problem?

Helga Conzen: Nein, das ist kein Problem, da es sich nicht um eine betriebliche Einrichtung handelt.
Die Tagespflegepersonen mieten die Räume an und betreiben (nach Genehmigung durch das Jugendamt) diese selbst.

Ansprechpartner: Hans-Harald Sowka
Telefon: 02421/4042-0
Telefax: 02421/4042-25
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