Jahresanfangsveranstaltung der VIV: Menschliche Intelligenz bleibt unersetzlich

Jahresanfangsveranstaltung der VIV: Menschliche Intelligenz bleibt unersetzlich

Der Neurowissenschaftler Dr. Henning Beck fesselte das Publikum mit seinem Vortrag. (Foto: VIV/Melanie Fredel)

Mit einem klaren Blick auf wirtschaftliche Herausforderungen und einem ebenso pointierten wie inspirierenden Impuls zur Zukunft menschlichen Denkens haben die Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen & Umgebung (VIV) mit ihrer Jahresanfangsveranstaltung auf Burg Obbendorf ein bewusstes Zeichen gesetzt: für Orientierung, Dialog und den Wert menschlicher Kompetenz.

Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik, Schule und Verwaltung folgten der Einladung in die historische Kulisse in Niederzier-Hambach.

Weiterhin großer wirtschafts- und sozialpolitischer Reformbedarf und großer Respekt für Außen- und Sicherheitspolitik

In seiner Begrüßungsrede warf der Vorsitzende Dr. Heinrich Spies einen Blick auf internationale und nationale Entwicklungen des vergangenen Jahres – mit einer ernüchternden Bilanz. Dem Familienunternehmer liegt besonders der Mittelstand als tragende Säule der deutschen Wirtschaft am Herzen. Die bisherigen Reformen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik seien unzureichend. Allerdings verdiene die Leistung von Bundeskanzler und Außenminister wie der Vertreter aller tragenden europäischen Staaten auf internationaler Ebene den größten Respekt. Der VIV-Vorsitzende lässt aber keine Zweifel am Durchhaltevermögen mittelständischer Unternehmen: „Und doch ist es die Mischung aus Pragmatismus, Innovationskraft und manchmal einfach nur Sturheit, die den deutschen Mittelstand und damit unser wirtschaftliches Rückgrat bisher noch durch jede Krise getragen hat.“ Bei allem Grund zur Sorge angesichts internationaler Krisen, zu zaghaften Reformen in Deutschland und der Neapco-Insolvenz: In unserer Region hätten die Vereinigten Industrieverbände dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den Kommunen viel für die Standorte ihrer Mitgliedsfirmen bewirken können.

Besser denken in einer KI-Welt

Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag des renommierten Neurowissenschaftlers
Dr. Henning Beck
. Eindrucksvoll veranschaulichte Dr. Beck, warum das menschliche Gehirn grundlegend anders arbeitet als künstliche Systeme: nicht linear, nicht rein datengetrieben, sondern kreativ, kontextsensibel und sinnstiftend. Gerade für Führungskräfte und Unternehmen sei diese Unterscheidung entscheidend, so Beck und führte weiter aus: „Künstliche Intelligenz optimiert Abläufe, aber sie kann nicht verstehen. Zukunftsfähig sind die Unternehmen, die Technologie nutzen – und zugleich das menschliche Denken gezielt stärken. Je besser Maschinen werden, desto wichtiger wird das, was nur Menschen können: Sinn erkennen, Verantwortung übernehmen und neue Ideen entwickeln.“

Anhand praxisnaher Beispiele zeigte Beck auf, warum Fähigkeiten wie Kreativität, Anpassungsfähigkeit, kritisches Denken und unternehmerisches Entscheiden auch in einer zunehmend digitalisierten und von Algorithmen geprägten Arbeitswelt unverzichtbar bleiben.

Kontakt:         Bettina Geller
E-Mail:           b.geller@vivdueren.de
Telefon:         02421/4042-16